Darlehen getilgt: Grundschuld löschen lassen oder nicht?

Was kostet ein Testament

Darlehen getilgt: Grundschuld löschen lassen oder nicht?

Ist ein Darlehen zur Finanzierung des Erwerbs einer Immobilie nach vielen Jahren getilgt, steht immer noch die das Darlehn absichernde Grundschuld im Grundbuch. Für den Grundstückseigentümer stellt sich die Frage, ob er das Grundbuch bereinigen und die Grundschuld löschen lassen soll?

Grundschuld löschen: Was ist zu tun

  • Nach der vollständigen Tilgung des Darlehens erteilt die Bank eine sogenannte „Löschungsbewilligung“; handelte es sich bei der Grundschuld um eine sogenannte Briefgrundschuld, übersendet die Bank auch den Grundschuldbrief;
  • der Grundstückseigentümer muss beim Notar einen notariell beglaubigten Antrag auf Löschung der Grundschuld unterzeichnen;,
  • der Notar übersendet den Antrag mit der Löschungsbewilligung und gegebenenfalls des Grundschuldbriefes an das Grundbuchamt;
  • das Grundbuchamt löscht Grundschuld aus dem Grundbuch.

Ist es sinnvoll, eine Grundschuld nicht löschen zu lassen?

Die Grundschuld verliert mit der vollständigen Tilgung des durch sie abgesicherten Bankkredites nicht ihre Wirksamkeit, sie bleibt als sogenannte Eigentümergrundschuld ein wirksames Pfandrecht im Grundbuch.

Dies bedeutet, dass sie sehr schnell wieder als Sicherungsmittel für einen neuen Kredit eingesetzt werden kann, wenn man die Grundschuld nicht löschen lässt und sie im Grundbuch eingetragen bleibt. Der / die Grundstückseigentümer müssten in diesem Falle nur privatschriftlich eine neue sogenannte Zweckerklärung der Bank oder Sparkasse unterzeichnen, und die Grundschuld wäre für einen neuen Kredit als Sicherheit reaktiviert. Man würde also die Kosten der Löschung und die neue Bestellung einer Grundschuld sparen.

Auf der anderen Seite stellen sich in der Praxis immer wieder Probleme, im Falle des Verkaufs eines Grundstücks, dass die durch die Bank übersandten Löschungsunterlagen (die Löschungsbewilligung und gegebenenfalls bei einer Briefgrundschuld der Grundschuldbrief) nicht mehr auffindbar sind. Eine Löschungsbewilligung muss als sogenannte Ersatzlöschungsbewilligung dann neu angefordert werden, was mit Kosten verbunden ist. Noch schlimmer wird es, wenn der Grundschuldbrief nicht mehr aufgefunden werden kann. Er muss dann erst in einem sogenannten Aufgebotsverfahren bei Gericht für kraftlos erklärt werden. Dies kostet Geld und viele Monate Zeit, durch die die Abwicklung eines Grundstücksverkaufs erheblich behindert wird.

Vor diesem Hintergrund kann es sinnvoll sein, „reinen Tisch zu machen“ und die Grundschuld nach Tilgung des Kredites löschen zu lassen.

Stehen jedoch Modernisierungsmaßnahmen für die Immobilie oder eine Anschlussfinanzierung ins Haus, kann Geld gespart werden, wenn die Grundschuld bestehen bleibt und entweder ursprüngliche Bank diese Finanzierung übernimmt oder die Grundschuld mittels einer Abtretungserklärung an eine weitere Bank übertragen wird.

Was kostet die Löschung einer Grundschuld?

Die Kosten für die Löschung einer Grundschuld setzen sich aus den Kosten für den Notar und den Gebühren des Grundbuchamtes zusammen. Insgesamt können diese Kosten auf 0,2 % des Betrages der Grundschuld abgeschätzt werden.

Herzlichst, Ihr
Notar Dr. Thomas Durchlaub, MBA

Signatur Notar Dr. Thomas Durchlaub, MBA